Bava Metzia 31

Kapitel 31

א הא מית ליה ומאן דאמר ניחא ליה דליקום בהמנותיה בהדי בני נמי ניחא ליה דליקום בהמנותיה
1 ist erja gestorben, und nach demjenigen, welcher sagt, er wollte das ihm entgegengebrachte Vertrauen erhalten, will er das ihm entgegengebrachte Vertrauen auch den Kindern gegenüber erhalten. –
ב סוף סוף קרו ליה בני לוקח גזלנא
2 Aber schließlich würden ihn doch die Kinder des Käufers einen Räubernennen!? –
ג אלא איכא בינייהו דמית גזלן מאן דאמר ניחא ליה לאיניש דלא לקריוהו גזלן הא מית ליה למ"ד ניחא ליה דליקום בהמנותיה ה"נ אע"ג דמית ניחא ליה דליקום בהמנותיה
3 Vielmehr, ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn der Räuber gestorbenist; nach demjenigen, welcher sagt, er wollte, daß man ihn nicht Räuber nenne, ist er ja tot, und nach demjenigen, welcher sagt, er wollte das ihm entgegengebrachte Vertrauen erhalten, wollte er das ihm entgegengebrachte Vertrauen auch nach seinem Tode erhalten. –
ד סוף סוף קרו לבניה בני גזלנא
4 Schließlich aber würde man ja seine Kinder Kinder eines Räubers nennen!? –
ה אלא איכא בינייהו דיהבה במתנה מאן דאמר ניחא ליה דליקום בהמנותיה מתנה נמי ניחא ליה דליקום בהמנותיה מאן דאמר ניחא ליה דלא נקריוהו גזלנא א"ל מאי גזלינא מינך:
5 Vielmehr, ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn er es verschenkthat; nach demjenigen, welcher sagt, er wollte das ihm entgegengebrachte Vertrauen erhalten, wünscht er auch bei einem Geschenke das ihm entgegengebrachte Vertrauen zu erhalten, und nach demjenigen, welcher sagt, er wollte, daß man ihn nicht Räuber nenne, kann er sagen: was habe ich denn von dir geraubt!?
ו פשיטא זבנה אורתה ויהבה במתנה לאו לאוקמה קמי לוקח קא בעי
6 Klar ist folgendes: wenn eres verkauft, vererbt oder verschenkthat, so wollte er es nicht im Besitze des Käufers lassen;
ז נפלה ליה בירושה ירושה ממילא היא ולאו איהו קא טרח אבתרה
7 ist es ihmals Erbstück zugefallen, so ist es von selbst gekommen und er bemühte sich nichtdarum;
ח גבי איהו בחובו חזינא אי אית ליה ארעא אחריתי ואמר האי בעינא לאוקמה קמיה לוקח קא בעי
8 hat er esfür eine Schuld eingefordert, so sehen wir: wenn jener noch andere Grundstücke hat und dieser sagte, er wolle gerade dieses haben, so wollte er es im Besitze des Käufers belassen,
ט ואי לא זוזי הוא דבעי אפרועי
9 wenn aber nicht, so wollte er nur sein Geld einfordern.
י יהבה נהליה במתנה פליגי בה רב אחא ורבינא חד אמר מתנה כירושה דהא ממילא וחד אמר מתנה כמכר דאי לאו דטרח וארצי קמיה לא הוי יהיב ליה מתנה להכי טרח וארצי קמיה כי היכי דליקום בהמנותיה
10 Über den Fall aber, wenn [der Beraubte] es ihm geschenkt hat, streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, die Schenkung gleiche der Erbschaft, da sie von selbst kommt, und einer sagt, die Schenkung gleiche dem Kaufe, denn wenn er sich nicht um seine Gunst bemüht hätte, würde er sie ihm nicht gemacht haben; dieser hat sich wohl um seine Gunst bemüht, um das ihm entgegengebrachte Vertrauen zu erhalten. –
יא ועד אימת ניחא ליה דליקום בהמנותיה אמר רב הונא עד שעת העמדה בדין
11 Bis wann, nehme man an, hat er diesgetan, um das ihm entgegengebrachte Vertrauen zu erhalten? R. Hona erwiderte: Bis zu seinem Erscheinenvor dem Gerichte.
יב חייא בר רב אמר עד דמטא אדרכתא לידיה רב פפא אמר עד דמתחלן יומי אכרזתא
12 Ḥija b. Rabh sagte: Bis zur Zustellung der Einweisungsurkunde. R. Papa sagte: Bis zum Beginn der Ausbietungstage.
יג מתקיף לה רמי בר חמא מכדי האי לוקח במאי קני להאי ארעא בהאי שטרא האי שטרא חספא בעלמא הוא
13 Rami b. Ḥama wandte ein: Der Käufer kann ja das Grundstück nur durch den Kaufschein erworben haben, und der Kaufschein ist ja nichts weiter als ein Stück Papier!?
יד א"ל רבא תהא במאמינו בההוא הנאה דלא קאמר ליה מידי וקא סמיך עליה טרח ומייתי ליה גמר ומקני ליה
14 Raba erwiderte: Wenn er auf ihn vertraute; für die Befriedigung, daß er ihm nichts gesagt, sondern sich auf ihn verlassen hat, bemühte er sich, es zu erwerben, und er eignete es ihm zu.
טו מתיב רב ששת מה שאירש מאבא מכור לך מה שתעלה מצודתי מכור לך לא אמר כלום מה שאירש מן אבא היום מכור לך מה שתעלה מצודתי היום מכור לך דבריו קיימין
15 R. Šešeth wandte ein: [Wenn jemand zu einem sagt:] was ich von meinem Vater erbe, sei dir verkauft, was mein Netz heraufbringt, sei dir verkauft, so sind seine Worte nichtig; wenn aber: was ich heute von meinem Vater erbe, sei dir verkauft, was mein Netz heute heraufbringt, sei dir verkauft, so sind seine Worte gültig!?
טז אמר רמי בר חמא הא גברא והא תיובתא
16 Rami b. Ḥama sprach: Wie der Mann, so der Einwand!?
יז אמר רבא גברא קא חזינא ותיובתא לא קא חזינא הכא סמכא דעתיה והכא לא סמכא דעתיה הכא סמכא דעתיה דאזיל טרח ומייתי ליה כי היכי דלא נקרייה גזלנא הכא לא סמכא דעתיה
17 Raba erwiderte: Den Mann sehe ich, den Einwand sehe ich nicht; in dem einen Falle verließ [der Käufer] sich darauf, in dem anderen Falle verließ er sich darauf nicht. In dem einen Falle verließ er sich darauf, daß er sich bemühen und es für ihn erwerben werde, damit er nicht ein Räuber heiße; in dem anderen Falle aber verließ er sich darauf nicht.
יח שלחוה לקמיה דרבי אבא בר זבדא אמר להו זו אינה צריכה לפנים אמר רבא זו צריכה לפנים ולפני לפנים הכא סמכא דעתיה והכא לא סמכא דעתיה
18 Als man dies R. Abba b. Zabhda vortrug, sprach er: Dies gehört nicht in das Innere. Raba sagte: Dies gehört in das Innere und in das Allerinnerste; in dem einen Falle verließ er sich darauf, im anderen Falle verließ er sich darauf nicht.
יט הוה עובדא בפומבדיתא ואותביה אמר להו רב יוסף זו אינה צריכה לפנים ואמר ליה אביי צריכה לפנים ולפני לפנים הכא סמכא דעתיה הכא לא סמכא דעתיה
19 Einst ereignete sich ein solcher Fallin Pumbeditha, und dieser Einwand wurde erhoben; da sprach R. Joseph: Dies gehört nicht in das Innere. Abajje sprach zu ihm: Dies gehört in das Innere und in das Allerinnerste; in dem einen Falle verließ er sich darauf, im anderen Falle verließ er sich darauf nicht. –
כ ומאי שנא רישא ומאי שנא סיפא אמר רבי יוחנן סיפא מה שאירש מאבא היום משום כבוד אביו מה שתעלה מצודתי היום
20 Welchen Unterschied gibt es denn zwischen dem ersten und dem zweiten Falle? R. Joḥanan erwiderte: Im zweiten Falle: was ich heute von meinem Vater erbe, erfolgt dies wegen der Ehrungseines Vaters; was mein Netz heute heraufbringen wird,